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Schockanrufe im Oberland: Omas am Telefon – Die ewige Geschichte vom vermeintlichen Enkeltrick und der menschlichen Naivität
Im Oberland grassieren wieder einmal Schockanrufe, bei denen Betrüger mit erfundenen Geschichten – vom „Enkeltrick“ bis zu fingierten Unfällen – versuchen, vor allem ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Die Polizei rät zur Vorsicht, doch die menschliche Naivität scheint unsterblich.
Es ist eine dieser Geschichten, die so alt sind wie die Menschheit selbst – oder zumindest wie das Telefon: der sogenannte Enkeltrick. Oder wie ich es nenne: „Die Dialektik des Telefonhörers, die zwischen dem Drang nach Nähe und der Gier nach Moneten zerrieben wird.“ Im schönen Oberland haben wir mal wieder eine Hochkonjunktur der menschlichen Gutgläubigkeit. Betrüger, vermutlich mit so viel Charme wie ein kaputter Rasenmäher und einem moralischen Kompass, der gen Abgrund zeigt, versuchen, unseren Senioren das letzte Hemd auszuziehen. Mit Geschichten, die so haarsträubend sind, dass man sie eigentlich nur als Sketch bei „Verstehen Sie Spaß?“ erwarten würde. Da ist der Enkel, der angeblich dringend Geld für eine Kaution braucht, weil er mit einem Lama auf dem Oktoberfest erwischt wurde. Oder der vermeintliche Polizist, dessen Stimme klingt, als hätte er drei Wochen lang nur Zigaretten und Reibeisen gefrühstückt, und der nun die Ersparnisse für eine „geheime Ermittlung“ einsammeln will. Man fragt sich ja: Haben diese Trickbetrüger ein Handbuch? Und wenn ja, steht da drin: „Suche das älteste Telefonbuch, wähle eine beliebige Nummer und erzähl den größten Schwachsinn, der dir einfällt“? Und funktioniert es? Offenbar ja! Die menschliche Psyche ist ein Minenfeld, und diese Gauner sind Experten darin, die Sprengsätze zu finden. Die Polizei tut ihr Bestes, warnt, klärt auf, verteilt Flyer mit dem Titel „Liebe Oma, dein Enkel ist nicht im Knast, er ist nur auf TikTok“. Aber am Ende siegt oft die Angst, die Liebe zur Familie oder einfach eine Prise zu viel Vertrauen in die menschlichen Natur. Und so wird das Telefon, das einst dazu da war, Menschen zu verbinden, zum Werkzeug der Trennung – von Geld, von Illusionen und manchmal auch von der letzten Altersvorsorge. Der Appell ist klar: Legt auf! Wählt 110! Oder noch besser: Fragt den Enkel persönlich, ob er wirklich gerade auf einer illegalen Lama-Farm in Bad Tölz festgenommen wurde. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er gerade vor der Playstation sitzt und nicht in Untersuchungshaft. Aber solange es Menschen gibt, die glauben, dass Prinz Harry eine halbe Million Euro braucht, um aus Nigeria nach Deutschland zu kommen, solange wird es auch den Enkeltrick geben. Eine endlose Schleife der Naivität, die nur durchbrochen werden kann, wenn wir lernen, misstrauischer zu sein als ein Finanzbeamter bei der Steuererklärung.
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