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Brauneck-Bergbahn: Wenn Kriminelle lieber liftfahren als klettern – Einbruch in Lenggries
In Lenggries dachten sich offenbar ein paar findige Ganoven, dass der klassische Einbruch in die Sparkasse von gestern ist. Stattdessen verschafften sie sich Zugang zur Talstation der Brauneck-Bergbahn und entwendeten Bargeld. Klettern war für diese Verbrecher anscheinend keine Option, obwohl sie ja quasi am Berg waren.
In der malerischen Kulisse von Lenggries, wo sich Fuchs und Hase „Guten Tag“ sagen und der Berg ruft, haben sich Unbekannte gedacht: Warum den mühsamen Weg wählen, wenn man auch den bequemen nehmen kann? Die Rede ist nicht von einer entspannten Wanderung oder Skitour, sondern von einem waschechten Einbruch in die Talstation der Brauneck-Bergbahn. Man muss sich das mal vorstellen: Während normale Einbrecher noch mit Brecheisen an schlecht gesicherten Garagentoren scheitern oder sich in Baumärkten mit Stichsägen überfordern, haben diese Burschen gleich die ganz große Logistik gewählt. Die Kriminalpolizei ermittelt nun, und ich sehe schon die Schlagzeilen vor mir: „Höhenrausch der Kriminellen: Statt Adrenalinkick lieber Bargeld-Kick“. Es ist fast poetisch. Man ist am Fuße eines Berges, der zum Klettern, Wandern und Skifahren einlädt, und die Herren der Schöpfung entscheiden sich, lieber in die Kasse zu greifen, die für all das Vergnügen gedacht ist. War das vielleicht eine Art Protestaktion? Ein Aufruf an die Bergbahn-Gesellschaft, die Preise zu senken, damit man sich das Ticket auch ohne Einbruch leisten kann? Oder wollten sie einfach nur das Geld für die nächste Liftfahrt, um dann mit dem gestohlenen Vermögen stilvoll den Berg hinaufzugleiten und sich oben ein Schnitzel und ein Weißbier zu gönnen? Die romantische Vorstellung des Diebes, der sich schweißtreibend durch Wälder schlägt, um eine einsame Hütte auszurauben, ist wohl passé. Heute kommt der moderne Langfinger lieber mit dem Skilift zur Arbeit. Es ist eine Metapher für unsere Zeit: Alles muss einfacher, schneller, bequemer sein – selbst das Verbrechen. Und während die Polizei jetzt mühsam die Spuren sichert und nach Tätern fahndet, die vielleicht schon längst mit dem Lift entschwunden sind, bleibt die Frage: Gab es am Ende noch ein „Danke für die Fahrt“ an die Bergbahn? Oder wenigstens ein „Liftboy, bitte aufwärts!“? Wer weiß, vielleicht wollten sie ja nur beweisen, dass man nicht klettern muss, um hoch hinaus zu kommen. Moral der Geschicht: Selbst im tiefsten Bayern gibt’s Kriminalität. Und die ist manchmal so absurd, dass sie fast schon wieder sympathisch ist. Fast. Für das nächste Mal empfehle ich allerdings eine Gondel mit integriertem Fluchtwagen.
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